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Liebesgedicht/e
Gedichte zum Thema "Liebe". Auf dieser Seite werden klassische
Gedichte für Internetsurfer aufbereitet. Die Liebesverse stammen aus den
letzten 400 Jahren, wurden aus antiquarischen Büchern ausgewählt und
von uns aufbereitet.
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Liebesgedicht/e
  
Im Garten
Die hohen Himbeerwände
Trennten dich und mich,
Doch im Laubwerk unsre Hände
Fanden von selber sich.
Die Heck konnt es nicht wehren,
Wie hoch sie immer stund:
Ich reichte dir die Beeren,
Und du reichtest mir deinen Mund.
Ach, schrittest du durch den Garten
Noch einmal im raschen Gang,
Wie gerne wollt ich warten,
Warten stundenlang.
Theodor Fontane (1819
bis 1898)
Liebesbedürfnis
Wer vernimmt mich? Ach, wem soll ichs klagen?
Wers vernähme, würd er mich bedauern?
Ach, die Lippe, die so manche Freude
Sonst genossen hat und sonst gegeben,
Ist gespalten, und sie schmerzt erbärmlich.
Und sie ist nicht etwas wund geworden,
Weil die Liebste mich zu wild ergriffen, daß sie fester,
Sich des Freundes versichernd, ihn genösse:
Nein, das zarte Lippchen ist gesprungen,
Weil nun über Reif und Frost die Winde
Spitz und scharf und lieblos mir begegnen.
Und nun soll mir Gast der edlen Traube
Mit dem Saft der Bienen, bei dem Feuer
Meines Herdes vereinigt, Lindrung schaffen.
Ach, was will das helfen, mischt die Liebe
Nicht ein Tröpfchen ihres Balsams drunter?
Johann Wolfgang von
Goethe (1749 bis 1832)
Anliegen
O, schönes Mädchen du,
Du mit dem schwarzen Haar,
Die du ans Fenster trittst,
Auf dem Balkone stehst!
Und stehst du wohl umsonst?
O stündest du für mich
Und zögst die Klinke los,
Wie glücklich wär ich da!
Wie schnell spräng ich hinauf!
Johann Wolfgang von
Goethe (1749 bis 1832)
Dir Mädchen, schlägt mit leisem Beben
Mein Herz voll Treu und Liebe zu.
In dir, in dir versinkt mein Streben,
Mein schönstes Ziel bist du!
Dein Name nur in heilgen Tönen
Hat meine kühne Brust gefüllt;
Im Glanz des Guten und des Schönen
Strahlt mir dein holdes Bild.
Die Liebe sproßt aus zarten Keimen,
Und ihre Blüten welken nie!
Du, Mädchen, lebst in meinen Träumen
Mit süßer Harmonie.
Begeistrung rauscht auf mich hernieder,
Kühn greif ich in die Saiten ein,
Und alle meine schönsten Lieder,
Sie nennen dich allein.
Mein Himmel glüht in deinen Blicken,
An deiner Brust mein Paradies.
Ach! Alle Reize, die dich schmücken,
Sie sind so hold, so süß.
Es wogt die Brust in Freud und Schmerzen,
Nur ein Gedanke hier im Herzen:
Der ewge Drang nach dir.
Theodor Körner
(1791 bis 1813)
Kuß
Auf die Hände küßt die Achtung,
Freundschaft auf die offne Stirn,
Auf die Wangen Wohlgefallen,
Selge Liebe auf den Mund;
Aufs geschoßne Aug die Sehnsucht,
In die holde Hand Verlangen,
Arm und Nacken die Begierde;
Überall sonst hin Raserei!
Franz Grillparzer
(1791-1872)
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Liebesgedicht/e
/ Gedichte zum Thema "Liebe". Auf dieser Seite werden klassische
Gedichte für Internetsurfer aufbereitet. Die Liebesverse stammen aus den
letzten 400 Jahren, wurden aus antiquarischen Büchern ausgewählt und
von uns aufbereitet ( Die kleine Sammlung wird ergänzt ). |
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